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Ein Bild wie aus einem alten Film, als ich am Morgen in Luboschs Küche stehe und aus dem Fenster in die Gaubenwohnung gegenüber blicke.
Am Fenster eine junge Mestize, die sich in einem Handspiegel betrachtet. Ausgiebig streicht sie sich über Haar und Wangen, nimmt dann die Haut links und rechts vom Kinn jeweils zwischen zwei Finger, zieht sie wie kleine Zelte vom Kiefer weg und lässt sie dann zurück schnappen.
Sie nimmt ihr Haar hinten zusammen und betrachtet dann ihre Stirn, legt sie ein paar mal in Falten, um die dann gleich wieder verschwinden zu lassen.
Sie nutzt wohl das gute Tageslicht.

Mich bemerkt sie nicht. Das ist auch besser. Wahrscheinlich gebe ich ein ziemlich lächerliches Bild ab, wie ich mit einem Geschirrhandtuch vor der Brust, sonst nackend, in Luboschs Küche stehe. Nach dem Duschen war kein Badehandtuch greifbar, darum eines von dem Stapel frischer Geschirrtücher. Über meinen Gesichtsausdruck kann ich keine Auskunft geben. Aber ich vermute: Karpfen. Meine großen Zehen sind sicherlich einander zugewandt, ich sehe lieber gar nicht erst nach.

Ab 12.00 Uhr dann unten in die Puff-Küche.
Zufrieden, hier in Ruhe vor mich hin pfriemeln zu können, bereite ich das Essen vor.
Nach zwei Stunden kommt aber Karola und versucht ein Gespräch anzuzetteln. Sie ist sehr freundlich. Darum wage ich es nicht, sie mit Schweigsamkeit vor den Kopf zu stoßen, sage hier und da mal "Ach so", "Ja?" und "Aha".
Dann kommt auch noch Cem, um hier irgendwas herum zu räumen.
Warum muss man eigentlich immer etwas sagen, obwohl man dazu nicht die geringste Lust hat.

Als sie endlich verschwinden, kommt der Punker. Im Matrosenhemd. Er wirkt irgendwie geschminkt. Was ist mit dem los?

Dann hoch zu Lubosch. Im Treppenhaus aus Roccos Wohnung Country. Muss lachen, wegen des Bildes, das mir dabei in den Kopf kommt.
Sehe Rocco mit überschlagenen Beinen auf einer Couch sitzen. Die Hände hält er im Schoß gefaltet, seinen beschnauzbarteten Mund und die Augen umspielen ein süffisantes Schmunzeln. Er sieht aus wie der fremde Cowboy, der am Tresen einer Bar sitzend die Geschichte vom Big Lebowski erzählt. Nur eben auf der Couch.

Irgendwo im Westen gab es diesen Typen, von dem ich euch was erzählen will. (...) Ja, da wo ich herkomme trägt man das so. (...) Hab nie die Königin in ihren Höschen gesehen.(...) Aber eins sag ich euch! (...) Ich kann lächelnd sterben.
Manchmal gibt es einen Mann ... nicht unbedingt ein Held ... Was ist schon ein Held? Aber manchmal gibts einen Mann ... zur richtigen Zeit, am richtigen Ort, der passt einfach ins Bild. Manchmal ... gibts einen Mann ...
Hab den Faden verloren.
Zwei Weizensoda, Gary!
So ist es eben: manchmal frisst du den Bären und manchmal, jaja..
Strikes und Ratten. Höhen und Tiefen.
Kann ich noch 'nen Sarsaparilla haben?


Wahrscheinlich aber putzt er sich nur die Zähne und hört laut Musik dabei.

Dann am Mac die Geschichte für Montag fertig.

Ab 18.00 Uhr wieder im Puff. Bis 21.00 Uhr ist alles Essen weg. Es scheint geschmeckt zu haben.
 

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